Kopfbild Biotopverbund Grasland

Collage okt 2017

Im landwirtschaftlich intensiv genutzten nordwestdeutschen Tiefland haben artenreiche Grünlandflächen durch Umbruch und Nutzungsintensivierung einen starken Rückgang erfahren. Der zunehmende Flächendruck in der Landschaft führt nicht nur zu einem stetigen quantitativen wie qualitativen Verlust von artenreichen Grünlandbiotopen, sondern auch zu ihrer zunehmenden Verinselung. Seit 2013 gilt der Grünlandschutz als prioritäres Handlungsfeld innerhalb der Naturschutz-Offensive 2020 der Bundesregierung. Rückgang und Verinselung artenreicher Grünlandflächen gelten in diesem Zusammenhang als wesentliche Gründe für den Artenrückgang.
Der Erhalt der Biodiversität ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die neben einem gemeinschaftlichen Problemverständnis auch ein gemeinschaftliches Handeln erfordert. Allzu oft agieren jedoch Vertreter aus betroffenen Bereichen nicht konzertiert genug. Im Projekt soll daher ein Zusammenwirken und eine Vernetzung beteiligter Akteure aus den Bereichen der Landwirtschaft, der Wissenschaft, des Naturschutzes und der Verwaltung erfolgen. Umgesetzt wird das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt daher durch das Grünlandzentrum Niedersachsen / Bremen (Koordination), die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Universität Oldenburg sowie den NABU Oldenburger Land.


Der Schwerpunkt im dreijährigen Projekt liegt auf dem mesophilen Grünland, welches in der Regel vergleichsweise extensiv genutzt wird (ein- bis dreischürige Wiesen, Weiden oder Mähweiden). Um eine Ausbreitung und Wanderung von Pflanzen- und Tierarten des mesophilen Grünlands weiterhin zu ermöglichen, ist nicht nur die Erhaltung und Entwicklung der Flächen notwendig, sondern auch eine Vernetzung über Trittsteinbiotope und lineare Verbindungselemente (Korridore). Für die Einrichtung von Korridoren kommen beispielsweise Graben-, Weg- und Straßenränder sowie Waldsäume in Betracht. Kleinere scher nutzbare Restflächen, Brachen u.a. können als Trittsteinbiotope im Biotopverbund angesehen werden.


Dementsprechend ist es Ziel des Projektes, einen Biotopverbund mit dem Fokus auf den Ansprüchen der drei Zielartengruppen Gefäßpflanzen, Tagfalter und Heuschrecken aufzubauen. Damit werden der genetische Austausch und die Ausbreitung der kennzeichnenden Arten ermöglicht und gefördert. Für das Vorhaben wurden beispielhaft die drei Landkreise Ammerland, Oldenburg und Wesermarsch mit unterschiedlich hohem Grünlandanteil ausgewählt. Unter Einbindung aller Ansprüche an die Flächennutzung soll ein funktionaler Biotopverbund für ein bis zwei Projektgebiete je Landkreis initiiert und möglichst umfassend umgesetzt werden.
Ein wesentliches Ziel des Projektes ist es auch, ein Kooperationsmodell zu entwickeln, aus dem heraus eine zukunftsfähige Zusammenarbeit der Beteiligten erwächst und Handlungsempfehlungen an Flächennutzer und -eigentümer gegeben werden können. Hierzu und um die Bedeutung der biologischen Vielfalt im Grünland auch für die Zukunft stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, wird zum Projektabschluss eine Informationsbroschüre für Landwirte und andere Flächennutzer erstellt, die interessierte Teilnehmer zukünftiger Biotopverbundkonzepte z. B. bei den Themen Flächenaufwertung, Saatgutbeschaffung und Mahdgutverwertung unterstützen und begleiten soll. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt werden ferner verschriftlicht und können so neuen Biotopverbundprojekten Orientierung bei der Erstellung eines Konzeptes liefern.

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Ansprechpartner:

Mathias Paech

Tel: +49 (0)4401-82926-21                            
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