ZERN

Nutzung des bisher ungenutzten Potentials von Grünlandpflanzen als Proteinquelle für die menschliche Ernährung.

Über das Projekt

„ZERN“ (Zukunft Ernährung Niedersachsen) ist ein Forschungs- und Transferverbund, welcher von der Universität Göttingen, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, eine nachhaltige Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln zu ermöglichen. Das Projekt gliedert sich insgesamt in drei Hauptthemenbereiche: Ackerbau, Grünlandnutzung und Tierhaltung. Dabei widmet sich das Verbundprojekt ZERN Grünland dem Ziel, das bisher weitgehend ungenutzte Potential von Grünlandpflanzen als Proteinquelle für die menschliche Ernährung nutzbar zu machen.

Hintergrund

Derzeit erfolgt die menschliche Eiweißversorgung in Deutschland größtenteils über tierische Proteine. Vor dem Hintergrund des Klimawandels, des Biodiversitätsverlusts und der Ressourcenknappheit erhöht sich dadurch der Druck, alternative Proteinquellen nutzbar zu machen. Aufgrund des hohen Rohproteingehalts in Grünlandpflanzen besteht theoretisch die Möglichkeit, diese in der menschlichen Ernährung zu nutzen und somit die Abhängigkeit von tierischen und importierten Eiweißquellen zu reduzieren.

Bisher fehlen jedoch belastbare Erkenntnisse darüber, inwieweit das vorhandene Potential tatsächlich für die menschliche Ernährung nutzbar ist. Dabei spielen unter anderem technologische Fragen der Extraktion, die Qualität und Sicherheit der Produkte, die ökologischen Konsequenzen, die ökonomische Tragfähigkeit sowie gesellschaftliche Aspekte eine Rolle.

Unser Ziel

Es wird ein interdisziplinärer Forschungsansatz verfolgt, der Agrarwissenschaft, Lebensmitteltechnologie, Ernährungswissenschaft, Ökobilanzierung sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften vereint. Mit diesem Ansatz soll die gesamte Prozesskette untersucht werden. Dazu gehört die Bestandserfassung ebenso wie die Gewinnung und Charakterisierung des Proteins. Außerdem werden ökologische und gesellschaftliche Aspekte bewertet. Um diesen Ansatz zu verfolgen, wurden im Verbundprojekt ZERN Grünland zunächst acht Teilprojekte in verschiedenen Bereichen ins Leben gerufen.

Das vom Grünlandzentrum bearbeitete Teilprojekt 6 untersucht mittels einer Strukturanalyse die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen, die für die Einführung und Etablierung von Grünlandprotein relevant sind. Zentral ist dabei unter anderem die Identifikation relevanter Akteure entlang der Wertschöpfungskette – von Landwirten über Verarbeitungsbetriebe und Lebensmittelhersteller bis hin zu Verbraucherorganisationen. So soll die Analyse entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufzeigen, welche Chancen und Risiken bestehen, welche Interessenlagen vorhanden sind, welche Kooperationen erfolgversprechend sind, wo Wissens- oder Akzeptanzlücken existieren und welche Faktoren den Transfer neuer Technologien fördern oder behindern. Auf dieser Grundlage sollen anschießend Handlungsoptionen abgeleitet werden.

 

Gefördert mit Mitteln aus

Laufzeit

01.04.2024 bis 31.03.2028

Eine Initiative von