Ovelgönne, 17. August 2020. Wasser, Klimaschutz, Tierwohl und Digitalisierung – die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Doch die Landwirte stehen damit nicht alleine da. „Wir unterstützen Landwirte bei genau diesen Dingen und gestalten so die Landwirtschaft der Zukunft aktiv mit“, informierte Mathias Paech die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag und den SPD-Europaabgeordneten Tiemo Wölken, die gemeinsam das Grünlandzentrum in Ovelgönne besuchten.

 „Auch in der EU diskutieren wir, unter anderem mit dem Green-Deal, darüber, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen muss“, informierte Wölken und ergänzte: „Bei diesem Umbau müssen wir den Landwirten auch als Europäische Union unterstützend zur Seite stehen.“

Aktuell hat die Landwirtschaft einen Anteil von 10 Prozent an den CO²-Emissionen in Europa. „Wir erleben sehr viele engagierte Landwirte, die richtig Lust haben, diesen Weg gemeinsam zu gehen“, zeigte sich Grünlandzentrum-Mitarbeiter Franz Jansen-Minßen, der selbst jahrelang als Agrarberater gearbeitet hat, optimistisch: „Gerade die jungen Landwirte sind sehr innovativ. Denn: Wir brauchen die Transformation in der Fläche – wirtschaftlich machbar und ökologisch fortschrittlich.“

Susanne Mittag, die als tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion ein Tierwohllabel mitverhandelt, stimmte Jansen-Minßen zu: „Wir brauchen Planungssicherheit für die Landwirte, eine klare Förderkulisse, ein einheitliches Tierwohllabel, mit dem der Verbraucher direkt erkennt, wie das Tier behandelt wurde und das lieber heute als morgen“, sagte Mittag die das Thema besonders bei Rind und Milch in Grünlandbereichen, wie der Wesermarsch, nicht auf die lange Bank schieben will.

„Das Grünlandzentrum ist mit Kompetenzen in den Bereichen: Wasser, Futter und Klima eine echte Schnittstelle zur Landwirtschaft. Deshalb ist es für unsere Region von großer Bedeutung“, informierte der Geschäftsführer des Kreislandvolks Manfred Ostendorf.

Auch im Bereich der Biodiversität ist das Grünlandzentrum weit vorne: „Wir suchen nach der perfekten Saatgutmischung, die Insekten und Kühen die beste Nahrung bietet und dabei auch noch in die Region passt. Das ist wichtig, damit die Pflanzen auch die optimale Wirkung erzielen“, berichtete Jendrik Holthusen, der die EU-Projekte des Grünlandzentrums mitbetreut. Eine besondere Schwierigkeit ist dabei, dass die perfekte Saatmischung immer auch vom Boden abhängig ist: „Wir betreuen Niedersachsen und Bremen, da haben wir teils gänzlich andere Voraussetzungen, für die wir Lösungen suchen“, so Holthusen.

„Dass wir da etwas tun müssen, wird besonders daran deutlich, dass wir in den vergangen Jahren 70 Prozent der Schmetterlinge und 35 Prozent der Feldvögel verloren haben“, beschrieb Mathias Paech den Ernst der Lage und ergänzte: „Viele Bürger rufen bei uns an und fragen aktiv nach, welches Saatgut in ihrer Region einen Teil zu mehr Biodiversität beiträgt. Das freut uns sehr und ist viel effektiver als ein Bienenschmaus aus dem Baumarkt“.

Alle Teilnehmenden waren sich einig: „Die Wende in der Landwirtschaft, hin zu mehr Klima- und Umweltschutz gelingt nur gemeinsam. Mit den Verbrauchern, mit den Landwirten und mit den Naturschutzverbänden.“ Susanne Mittag fasste zusammen: „Wir sitzen alle gemeinsam in einem Boot.“

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