Umweltminister Olaf Lies nimmt Würdigung vor – DBU fördert

Wildeshausen, Niedersachsen, 19. August 2019. Das vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. koordinierte und gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Universität Oldenburg und dem NABU Oldenburger Land umgesetzte Projekt Biotopverbund Grasland wurde heute als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die feierliche Würdigung nahm Umweltminister Olaf Lies im Rahmen des vom Grünlandzentrum veranstalteten Fachforums Biodiversität in Wildeshausen, Landkreis Oldenburg, vor. Damit zählt Biotopverbund Grasland zu den vorbildlichen Projekten, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen.

Die biologische Vielfalt nimmt weltweit und auch in Deutschland stark ab. Um dem zunehmenden Artenverlust auf Wiesen, Weiden und Wegsäumen entgegenzuwirken, wurde das Forschungsprojekt Biotopverbund Grasland im Oktober 2017 gestartet. Es läuft bis Januar 2021 und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 250.000 Euro fachlich und finanziell gefördert.

Die Besonderheit des Projektes ist der kooperative Ansatz. Gemeinsam sowie im stetigen Austausch mit den Akteuren aus Landwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft entwirft das Projektteam modellhaft Lösungen für einen Grasland-Biotopverbund in den Landkreisen Ammerland, Wesermarsch und Oldenburg. Artenreiche Wiesen und Weiden, die der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sind, werden durch die Arbeitsgruppe Vegetationskunde und Naturschutz der Universität Oldenburg untersucht und miteinander vernetzt, damit Insekten und Pflanzen sich ausbreiten können. Derartige Vernetzungselemente können Obstwiesen, Deiche oder schmale Wiesenblühstreifen an Wegrändern, Gräben oder Waldrändern darstellen.

Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz ist es Ziel, ein Biotopverbundsystem auf mindestens zehn Prozent der Landesflächen zu entwickeln. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Pilotgebieten sollen dabei helfen, weitere Grasland-Biotopverbundsysteme erfolgreich zu planen und umzusetzen.

Die Fachjury der UN-Dekade zeigte sich von dem Projekt beeindruckt und wählte Biotopverbund Grasland aus, ab dem Tag der Auszeichnung zwei Jahre lang den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ zu tragen. Urkunde, Auszeichnungsschild und einen sogenannten „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht, übergab Umweltminister Olaf Lies während des Fachforums Biodiversität an Projektleiter Mathias Paech vom Grünlandzentrum.

Vor rund 100 Gästen aus Wissenschaft, Politik, Naturschutz und Landwirtschaft, die in Wildeshausen über Lösungsansätze einer nachhaltigen Sicherung biologischer Vielfalt diskutierten, sagte Lies: „Die Grünlandregionen Niedersachsens sind im Laufe einer seit Jahrhunderten bewährten, naturnahen Bewirtschaftung durch Weidehaltung entstanden. Diese Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen Funktionen für die Erhaltung der Biodiversität der dort beheimateten Pflanzen und Tiere, für den Tourismus und als Wirtschaftsstandort zu bewahren, ist eine besondere Verpflichtung unserer Generation.“

Es gelte daher, auch unter den heutigen Produktionsanforderungen an die Landwirtschaft, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Fortbestand des naturnahen Grünlandes und seiner Artenvielfalt sowie zum Beispiel auch seine Eigenschaft als Speicher von Treibhausgasen langfristig sichern. Weiter sagte der Umweltminister: „Die Kooperation der Landwirte und anderer Akteure der Landschaftspflege mit Naturschutzbehörden und Naturschutzverbänden ist dabei für den Grünlanderhalt und die Vernetzung von Offenland-Lebensräumen von zentraler Bedeutung. Die jetzige Auszeichnung des Projektes Biotopverbund Grasland als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ist eine schöne Anerkennung der von allen Beteiligten geleisteten Arbeit, zu der ich Sie nur beglückwünschen kann.“

 

Über die UN-Dekade

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltigen Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen. Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter/innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind.

Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten widerspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch verschiedene Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme.

Ansprechpartner bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt:
Arno Todt (Projektleitung)
Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt
c/o nova-Institut GmbH
Industriestraße 300
Gebäude 611
50354 Hürth
Telefon: 02233-481463
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www.undekade-biologischevielfalt.de

Ansprechpartner beim Projektkoordinator Grünlandzentrum Niedersachsen e.V.:
Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V.
Albrecht-Thaer-Straße 1
26939 Ovelgönne

Mathias Paech (Projektleiter)
Tel.: +49 (0) 4401 8 29 26-21
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Simone Wiegand (Öffentlichkeitsarbeit)
Tel.: +49 (0) 4401 8 29 26-20
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www.gruenlandzentrum.org/projekte-des-gruenlandzentrums/biotopverbund-grasland

 

 

 

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