AP 5: Erfassung und Bewertung der biologischen Vielfalt
Kann ein klimaangepasstes Wassermanagement zur Dürreprävention auf entwässertem Intensivgrünland die Artenvielfalt fördern?
Grünland für die Milchviehhaltung soll aus wenigen Grasarten und -sorten bestehen, die auf Ertrag und Futterwert optimiert sind. Typisch für Milchviehregionen ist deshalb artenarmes Grünland mit einzelnen, hochproduktiven Pflanzenarten, die wenig Ressourcen für Wildtiere wie z. B. Wildbienen oder andere Insekten bieten und bei zunehmend häufiger auftretendem Extremwetter ein erhöhtes Ausfallrisiko haben. Ein verändertes Entwässerungsregime mit erhöhtem Grundwasserstand im Winter bietet Chancen für spontan aufkommende wilde Grasarten und Kräuter, die an veränderliche Umweltbedingungen angepasst sind.
Im Arbeitspaket 5 untersuchen wir die Vielfalt der Pflanzenarten auf den Versuchs- und Kontrollflächen. Um Veränderungen festzustellen, werden auf mehreren Plots von 25 m² Größe vollständige Vegetationsaufnahmen zu Beginn und am Ende der Projektlaufzeit durchgeführt. Dabei werden dort alle vorhandenen Pflanzenarten mit ihren Deckungsanteilen dokumentiert, außerdem wird die vorhandene oberirdische Biomasse auf Nährstoffgehalte untersucht.
Um die Ergebnisse der zeitaufwendigen Vegetationsaufnahme von den Pots auf die Gesamtfläche hochrechnen zu können, messen wir mit einem Feldspektrometer die Reflexionseigenschaften der Vegetation auf den Plots und an vielen weiteren Stellen unserer Versuchsflächen sowie der umgebenden Landschaft. Parallel wird ein statistisches Modell entwickelt, das aus den Spektralaufnahmen sowie der Bewirtschaftungsart die Produktivität und daraus die pflanzliche Biodiversität vorhersagt und auf Flächen in den gesamten Projektregionen übertragbar ist. Abschließend wird das Potenzial der Artenvielfalt auf Landschaftsebene für unterschiedliche Bewirtschaftungsszenarien ermittelt.
