Biotopverbund Grasland

Über das Projekt

Schon während der Projektdurchführung reifte immer mehr die Erkenntnis, dass die komplexe Aufgabe einer fachlichen Konzeption von lokalen und regionalen Biotopverbundplanungen, die naturschutzfachliche Begleitung in der Maßnahmenumsetzung sowie eine angemessene Vermittlung zwischen den einzelnen Akteuren nur durch zentral vernetzte Institutionen leistbar ist. Um Lösungen für die biologische Vielfalt im Grasland auch zukünftig wirkungsvoll zu erarbeiten, markiert die dreijährige Projektlaufzeit erst den Beginn eines andauernden Kooperationsprozesses.

Für das Interesse und die Mitarbeit im Projekt „Biotopverbund Grasland“ möchten sich die Projektpartner des Grünlandzentrums Niedersachsen/ Bremen, der Universität Oldenburg, des NABU Oldenburger Land sowie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bei allen Akteuren herzlich bedanken.

Hintergrund

Im landwirtschaftlich intensiv genutzten nordwestdeutschen Tiefland haben artenreiche Grünlandflächen durch Umbruch und Nutzungsintensivierung einen starken Rückgang erfahren. Der zunehmende Flächendruck in der Landschaft führt nicht nur zu einem stetigen quantitativen wie qualitativen Verlust von artenreichen Grünlandbiotopen. Auch die damit verbundene Verinselung gilt als einer der wesentlichen Gründe für den Rückgang der Artenvielfalt. In dieser Hinsicht kann ein funktionsfähiger Biotopverbund einen wichtigen Beitrag leisten, welcher bereits im Jahr 2002 im Bundesnaturschutzgesetz (§§ 20 und 21 BNatSchG) verankert und im Rahmen des Niedersächsischen Weges rechtlich bekräftigt worden ist.

Unser Ziel

Vor diesem Hintergrund des Rückgangs bedrohter Arten erarbeitete das vorliegende Projekt neue Wege, um einen Biotopverbund im Offenland zu ermöglichen. Übergeordnetes Ziel des Projektes war ist es, im Sinne der Nationalen Biodiversitätsstrategie zur biologischen Vielfalt (NBS) den zunehmenden Artenverlust im Grasland/Grünland zu stoppen. Um eine Ausbreitung und Wanderung von Pflanzen- und Tierarten des mesophilen Grünlands zu ermöglichen, ist nicht nur die Erhaltung und Entwicklung der Flächen notwendig, sondern auch eine Vernetzung über Trittsteinbiotope und lineare Verbindungselemente (Korridore). Zudem galt es ein Kooperationsmodell zu entwickeln, aus dem heraus eine zukunftsfähige Zusammenarbeit der Beteiligten erwächst und Handlungsempfehlungen an Flächennutzer und -eigentümer gegeben werden können.

Erwartete Ergebnisse

Mit dem wissenschaftlichen Fokus auf den drei Zielartengruppen der Gefäßpflanzen, Tagfalter und Heuschrecken wurden für das Vorhaben beispielhaft die drei Landkreise Ammerland, Oldenburg und Wesermarsch aufgrund ihrer unterschiedlich hohen Grünlandanteile ausgewählt. Dabei wurden zunächst mesophile Grünlandflächen (Kernflächen) als Ausgangspunkt für die Planung eines Biotopverbundes bestimmt. Innerhalb von ein bis zwei Pilotgebieten je Landkreis erfolgte die Festlegung von potenziellen Vernetzungselementen, in denen Aufwertungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Dabei ist es gelungen, die charakteristische Artenvielfalt und -zusammensetzung innerhalb der Projektlaufzeit teilweise auf die zu entwickelnden Trittsteine und Korridore zu übertragen. Dementsprechend profitierten die Tagfalter und Heuschrecken, indem der Blütenhorizont quantitativ und qualitativ bereichert und eine erweiterte Lebensgrundlage geschaffen worden ist.

 

Biotopenverbund Grasland Preisübergabe durch Umweltminister Olaf Lies

Gefördert durch

Laufzeit

10/2017 bis 03/2021

Projektpartner

Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Universität Oldenburg

NABU Oldenburger Land