24. August 2022

Klimaschutz durch Moorschutz

Studie des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen zur Zukunft der Moorstandorte in Niedersachsen

In der Studie „Zukunft der Moorstandorte in Niedersachsen“ fasst das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. die rechtlichen und wissenschaftlichen Hintergründe des Themas ”Klimaschutz durch Moorschutz” zusammen und erstellt in einer ersten Annäherung eine Betroffenheitsanalyse der Ernährungswirtschaft in den niedersächsischen Moorlandschaften.
Die nordwestdeutschen Moorregionen entlang der Nordseeküste unterscheiden sich in ihrer landeskulturellen Entwicklung grundlegend von der Historie und dem Entwicklungsstand anderer, zum Teil noch naturnaher Moorgebiete in Deutschland und in Europa. Diese Moore wurden im Rahmen des Emslandplanes und des Küstenplanes mit erheblichen öffentlichen Mitteln von Land, Bund und der EU aus der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der Bund-Länder–Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) großräumig erschlossen und für die trockenen landwirtschaftliche Nutzung vorbereitet. Mit umfangreichen Flurbereinigungsverfahren, aufwendigen Maßnahmen zum Ausbau der wasserwirtschaftlichen Infrastruktur und der Siedlungsstrukturen sowie mit intensiver einzelbetrieblicher landwirtschaftlicher Förderung wurden die Voraussetzungen für eine prosperierende Milchwirtschaft und für eine gedeihliche Entwicklung der ländlichen Kommunen geschaffen.
Die jetzt von der Gesetzgebung und von der Wissenschaft geforderte Transformation der Moorlandschaften von der trockenen zur nassen Nutzung bedeutet das Ende der bisherigen Landnutzung und wirft bezüglich der Zukunft der Moorlandschaften eine Reihe von Fragen auf, die dringend der Klärung bedürfen. Neben der sozioökonomischen Betroffenheit der Ernährungswirtschaft analysiert die Studie auch Handlungsoptionen für die administrative und finanzielle Umsetzung eines Transformationsprozesses, der am Ende sowohl den Anforderungen des Klimaschutzes Rechnung trägt als auch den berechtigten Ansprüchen der Landeigentümer, Pächter und Kommunen.