Brake, 4. April 2020. Aufgrund der anhaltenden Corona Pandemie hat das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. seinen jährlich stattfindenden Weideaustrieb erstmals in die digitale Welt verlegt. Das völlig neue Format wurde entwickelt, damit die Gesellschaft an dem Ereignis teilhaben und trotzdem zuhause bleiben kann. Zu sehen sind die Bilder auf allen Kanälen von Grünlandzentrum und PRO WEIDELAND.

PRO WEIDELAND ist das Gütesiegel des Grünlandzentrums. Es labelt Weideprodukte, die nach festen Kriterien erzeugt und kontrolliert werden. PRO WEIDELAND nimmt den Weideaustrieb zum Anlass, mit seiner neuen Homepage sowie mit Facebook und Instagram online zu gehen. Dort werden die Aufnahmen ebenfalls zu sehen sein.

Wo im vergangenen Jahr fast 2000 Menschen die Triebwege säumten, herrscht in diesem April gähnende Leere. Null Besucher dürfen auf den Bauernhof „Auf der Wurp“ in Brake, wo heute „das Highlight des Jahres“ stattfindet, wie Betriebsleiter Heiko Holthusen sagt. Für ihn und den ganzen Hof ist der Weideaustrieb „immer ein ganz besonders freudiger Tag“. Die Freude wollen die Landwirte teilen und damit sichtbar machen, dass sie für die Verbraucher da sind.

Auch die Tiere spüren die Aufregung. Sie haben sich vor dem Tor ihres Stalles, in dem sie die Wintermonate verbracht haben, versammelt und warten ungeduldig auf ihren großen Auftritt. Eigentlich hätten Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Umweltminister Olaf Lies, die diesmal gemeinsam die Schirmherrschaft übernehmen, das Tor geöffnet. Während die Minister in Videobotschaften ihre Grüße schicken, steht jetzt Jendrik Holthusen, Hofnachfolger und Mitarbeiter des Grünlandzentrums, stellvertretend am Stalltor. In zwei Gruppen wird er die 200 Tiere hinaus auf die Weiden schicken.

Als er das Tor öffnet, sind die Schwarzbunten nicht zu halten. In nur wenigen Minuten rennen, hüpfen und springen die ersten 130 Milchkühe hinaus auf die grünen Frühlingsweiden, die direkt an den Hof grenzen. In diesem kurzen Moment voller Lebensenergie und geballter Freude wird vieles sichtbar: Weidegang dient nicht nur dem Tierwohl und fördert – durch den Erhalt von Grünland – die Artenvielfalt und den Umweltschutz. Weidehaltung ist auch ein fester Bestandteil der norddeutschen Kulturlandschaft. Sie macht eine Landwirtschaft sichtbar, die sich laut einer Studie drei Viertel der Verbraucher ohne weidende Kühe nicht vorstellen können. „Weidehaltung ist nicht nur das von Verbrauchern gewünschte Produktionsverfahren“, erläutert Grünlandzentrum Geschäftsführer Dr. Arno Krause: „Sie schafft auch einen Mehrwert entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Gras bis ins Glas – , den wir anerkennen und in der Gesellschaft etablieren wollen.“

2016 machte das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. den Weidegang nach schwedischem Vorbild, dem „Kosläpp“, erstmals zum öffentlichen Ereignis und ließ Zuschauer daran teilhaben. Seitdem avancierte das jährlich stattfindende Format zum Publikumsmagneten. Das Programm für den 4. April stand lange fest. Doch nun ist alles abgesagt: Musikband, Foodtrucks, Hofrundgänge, Kinderprogramm und Showbühne. Auch die feierliche Preisvergabe für das beste Schüler-Video und Poster muss ein anderes Mal stattfinden. Wochenlang hatten sich Schüler des Gymnasiums Brake mit Unterstützung des Grünlandzentrums mit gesellschaftlichen Themen und Fragestellungen rund um Biodiversität, Tierwohl- und Tiergesundheit, Klima und Grünland sowie Nährstoffflüssen und Wasserschutz beschäftigt. Allesamt Themen, die direkt mit der Weidehaltung zu tun haben und durch das Format des Austriebs erlebbar in die Öffentlichkeit transferiert werden.

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband OOWV, erstmals Kooperationspartner beim Weideaustrieb, hätte seine Botschaften gerne vor Ort erläutert. „Wir sehen die Zusammenarbeit mit dem Grünlandzentrum als Paradebeispiel für wirksamen und erfolgreichen Grundwasserschutz“, sagt Geschäftsführer Karsten Specht: „Dauergrünland ist hilfreich, Nitrate oberflächennah festzuhalten, damit diese nicht in das tiefer gelegene Grundwasser gelangen, aus dem wir das Wasser für die Trinkwasserversorgung entnehmen.“

Wie Karsten Specht bedauern auch andere, fest eingeplante Teilnehmer, diesmal nicht dabei sein zu können. Journalisten, Politiker und Sponsoren – viele melden sich in diesen Tagen bei den Mitarbeitern des Grünlandzentrums telefonisch. Es gibt viel Verständnis für die Verlegung in die digitale Welt. „Wir freuen uns besonders, dass unsere Sponsoren uns trotzdem unterstützen. Ohne sie wäre dieses Format nicht möglich gewesen“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Molkereien Ammerland und Rücker, Westfleisch, die Landwirtschaftskammer und die LzO.

Weitere Informationen: www.gruenlandzentrum.de / www.proweideland.eu

 

Über PRO WEIDELAND:

Das grüne Rundsiegel PRO WEIDELAND ist Eigentum des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V. mit Sitz in Ovelgönne. 2017 wurde das Gütesiegel, das eine weidende Kuh auf einer saftigen Wiese zeigt, in Niedersachsen feierlich eingeführt. Zur Produktpalette zählen Milch, Butter, Käse und jüngst auch Fleisch. Das Hauptverbreitungsgebiet von PRO WEIDELAND ist derzeit vor allem Norddeutschland.

Hinter dem Gütesiegel PRO WEIDELAND steht als Abbild der Gesellschaft eine große Gemeinschaft aus rund 40 Institutionen, die aus der Landwirtschaft, dem Tier- und Umweltschutz, der Wissenschaft und der Politik kommen. Die Gemeinschaft unterstützt die Weidehaltung als naturnahe Haltungsform mit ihren positiven Einflüssen auf Tierwohl, Umweltschutz und Biodiversität. Zu den jüngsten Zeichnern gehört das Niedersächsische Umweltministerium. www.proweideland.eu

 

Über das Grünlandzentrum:

Das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Ovelgönne im Landkreis Wesermarsch. 17 Mitarbeiter arbeiten in unterschiedlichen Themengebieten an fundierten und praktisch umsetzbaren Lösungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf Grünland. Dazu vernetzt das Grünlandzentrum Landwirte, Wissenschaftler, Politiker und Berater auf nationaler und internationaler Ebene. www.gruenlandzentrum.de

Über den Bauernhof Hof auf der Wurp

Der Bauernhof Auf der Wurp lebt die Weidehaltung in besonderem Maße. Betriebsleiter Heiko Holthusen, der als Kind mit seinen Eltern aus Rastede nach Brake auf den Hof zog und diesen in den 1990er Jahren übernahm, optimiert sein Weidemanagement stetig weiter. Ob in Zusammenarbeit mit irischen Landwirten, als Pilotbetrieb in mehreren Projekten des Grünlandzentrums oder im Austausch mit Kollegen – immer zeigt sich der Betrieb innovativ und aufgeschlossen, das Beste für Mensch, Tier und Umwelt zu erreichen. Heute bewirtschaftet der Hof rund 250 ha Grünland und verfügt über 200 Milchkühe und ebenso viel Jungvieh. Als zertifizierter PRO WEIDELAND Betrieb erfüllt der Hof auf der Wurp bei der Erzeugung und Verarbeitung von Weidemilch die anspruchsvollen Kriterien des Gütesiegels PRO WEIDELAND.

Dank an die Sponsoren

Die Molkerei Ammerland, die als Pionier und Transferpartner mit ihrer Marke Ammerländer das PRO WEIDELAND Programm des Grünlandzentrums von Anfang an unterstützte, ist Hauptsponsor des diesjährigen, digitalen Weideaustriebs. Zu den weiteren Sponsoren zählen die Familienmolkerei Rücker, die ebenfalls die Weidecharta mit entwickelte, die Westfleisch SCE, die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Kooperationspartner ist der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV).

Wir freuen uns, dass Sie über den Weideaustrieb berichten möchten. Wir stellen Ihnen dazu Fotos, Filme, Texte und die Videobotschaften der Minister zum Download kostenfrei zur Verfügung. Sie finden das gesamte Material ab Samstag, 4. April, gegen 13 Uhr, in unserer Cloud Weideaustrieb 2020.

Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte:

Dr. Arno Krause, Geschäftsführer Grünlandzentrum, Tel. 01525 4782501

Jendrik Holthusen, Mitarbeiter Grünlandzentrum, Landwirt und Sohn der Hofbesitzer, Tel. 0176 61717586

Simone Wiegand, Presse und Kommunikation, Tel. 04401 8 29 26-20 oder 0176 430 75570

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