Farmer Year Kuhweide

Die Irlandreise 3.0 ist beendet. Hinter uns liegt eine Woche mit intensiven Fachgesprächen, eindrucksvollen Betriebsbesichtigungen, abwechslungsreicher Landeskultur und einem bilanzierenden Workshop. Es freut uns, dass einige Landwirte Komponenten des irischen Weidemanagements wie die Berechnung des Grasaufwuchses oder das Anlegen von Triebwegen konkret in die Tat umsetzen wollen. Das Grünlandzentrum möchte sich bei allen Reisenden noch einmal herzlich für das große Interesse bedanken. Nachfolgend finden sich Fotos und Texte einiger Stationen der Reise.

Bild Film Perspektivenwechsel

Seit 1977 besteht bereits die Diskussionsgruppe der beiden Teagasc-Berater Noel Byrne und Michael O´Donovan – sie ist in Irland sogar eine der Größten. Die Gruppe, bestehend aus 20 Milchviehbauern mit intensiver Weidehaltung aus dem County Limerick, trifft sich regelmäßig auf einem der Betriebe der Gruppenteilnehmer und diskutiert dort über Ökonomie, Weidemanagement und Zucht. Schon die Väter der Teilnehmer gehörten dieser Gruppe an und schätzten den intensiven Austausch und die Diskussionsbereitschaft unter ihren Berufskollegen.

Diskussionsgruppen werden in Irland gerne als Beratungsmodell genutzt und von Beratern der halbstaatlichen Behörde Teagasc moderiert. Die Treffen bieten die Möglichkeit Fragen an die Berufskollegen zu richten und sich gegenseitig zu beraten sowie Optimierungsvorschläge auszutauschen. Ende Oktober wurde das Treffen der Diskussionsgruppe in unsere Grünlandregion, das heißt in den Nordwesten Niedersachsens verlegt. 17 Landwirte und zwei Berater besuchten fünf Milchviehbetriebe entlang der Weser. Während des dreitägigen Aufenthaltes füllten intensive Gespräche mit den deutschen Landwirten und ein Silageworkshop mit der Futterbauexpertin Dr. Christine Kalzendorf das Programm.

Ovelgönne – die Themen Weidehaltung und innovative Landwirtschaft sind gute Gründe, um sich vom 1100 km entfernten Südtirol (Italien) auf den Weg in den hohen Norden in die Wesermarsch zu machen. Für einen Tag kam die interessierte Gruppe aus Landwirten, Beratern und Wissenschaftlern in das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen, um gemeinsam mit dem Weidecoach Lena Dangers, SAM-Projektkoordinator Jendrik Holthusen und dem engagierten Weidelandwirt Theis Jansen über Weidemanagement, Messen und Zäune ziehen zu diskutieren.

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Weidecoach-Landwirt Theis Jansen (ganz links) erklärt den Südtirolern seine Weidestrategie auf einem Moorstandort

Das EU-Projekt Inno4Grass verbindet das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen und die südtirolerische Arbeitsgruppe rund um den Grünlandwissenschaftler Giovanni Peratoner von dem Versuchszentrum Laimburg. Inno4Grass zielt drauf ab, verschiedene Interessengruppen in den acht Partnerländern zu vernetzen und innovative Lösungen auf Grünland über die Ländergrenzen hinweg zu verbreiten. In sogenannten Praxis- und Wissenschaftstreffen können auf der einen Seite die neuesten Forschungsergebnisse in die Praxis transportiert und auf der anderen Seite die praktischen Fragestellungen und Bedürfnisse der Landwirte an die Wissenschaftler getragen werden. Der Besuch der Südtiroler fand im Rahmen der vom Projekt geförderten Austauschtreffen zwischen den Partnerländern („cross-visits“) statt. Das Thema effiziente Weidehaltung bewegt nicht nur die Norddeutschen Landwirte, sondern zunehmend auch die Milchbauern aus Südtirol. Giovanni Peratoner betonte, dass intensive und professionelle Weidehaltung in Südtirol eine Ausnahme darstellt, auch aufgrund der schwierigen topographischen und klimatischen Bedingungen des Berggebiets.
Der mitgereiste Inno4Grass-Landwirt Paul Peter Mutschlechner bedauerte, dass sein Milchviehbetrieb mit Weidegang Seltenheitscharakter habe und er sich nur mit wenigen Berufskollegen über Weidemanagement austauschen kann. In Südtirol gäbe es nicht so große Weide-Diskussionsgruppen wie die Weidecoach-Gruppe in der Wesermarsch.

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