Das Interesse an Weidethemen nimmt stetig zu. Diesen Eindruck haben Lena Dangers und Jendrik Holthusen vom Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen e.V. in Ovelgönne, Landkreis Wesermarsch. Vergangene Woche trafen sich Grünlandwirte, die seit einem Jahr an dem Weidecoach-Projekt teilnehmen, in Ovelgönne. Mittlerweile tauschen 55 Landwirte aus Nord- und Ostdeutschland im Rahmen des Projektes ihre Erfahrungen mit dem eigenen Weidesystem untereinander aus. Dabei nehmen sie Anregungen für ihr Management mit nach Hause. 

Es ist Ziel des Weidecoach-Projektes, das vom Land Niedersachsen auch im zweiten Jahr gefördert werden wird, dass Landwirte von Landwirten lernen. Der Weidecoach, in diesem Fall Lena Dangers, moderiert die Treffen und sorgt  für den Wissenstransfer auch mit Landwirten aus Irland, wo Weide-Diskussionsgruppen mit Milcherzeugern schon seit Jahren aktiv sind. „Die Landwirte sind die Experten“, so Dangers. Bei ihren vier Farmwalk-Treffen auf Betrieben der Teilnehmer haben sich die Weidelandwirte 2018 mit Fragestellungen der Grünlandpflege, Futterumstellung, Kurzrasenweide und Weide-infrastruktur beschäftigt. Eine Studienfahrt nach Irland und Gegenbesuche von Iren trugen zu einem intensiveren Erfahrungsaustausch über Grenzen hinweg bei. Holthusen: „Wenn Landwirte Tacheles reden, dann wirkt das“. Drei Pilotbetriebe auf Moor und Marsch haben 2018 ab April wöchentlich den Grasaufwuchs auf ihren Weideflächen gemessen. Einer von ihnen ist Theis Jansen aus Stadland-Schwei im LK Wesermarsch. Er stellte seine ersten Erfahrungen damit vor. „Nach einem sehr nassen Frühjahr kamen unsere Kühe am 20.4. zum ersten Mal auf die Weide“, so Jansen. Zu diesem Zeitpunkt fing Janßen an, wöchentlich den Grasaufwuchs auf seinen Weideflächen zu messen. Während Messen und Zuteilung der Weideflächen zu Beginn der Weidesaison noch unproblematisch waren, wurde es im Laufe der Trockenmonate immer schwieriger. Das Graswachstum litt zu früh unter der Trockenheit. Trotzdem hält der junge Landwirt das Messen des Aufwuchses generell für wichtig. Jansen: „Das schult das Auge und die Zuteilung der Weideflächen kann so besser erfolgen“. Und Jendrik Holthusen ergänzt: „Durch Messen kann ich meine Kernprobleme auf dem Betrieb besser herausfinden“.

 

Bericht von Edith Kahnt-Ralle (Land&Forst)

 Weidecoach-Projekt – Mit kollegialem Lernen zum Erfolg

Das Interesse an Weidethemen nimmt stetig zu. Diesen Eindruck haben Lena Dangers und Jendrik Holthusen vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen e.V. in Ovelgönne, Landkreis Wesermarsch. Seit einem Jahr arbeiten beide in dem Weidecoach-Projekt, das vom Land Niedersachsen gefördert wird. Dem Projekt gehören mittlerweile 55 Landwirte aus Nord- und Ostdeutschland an, die auf intensive Weidewirtschaft setzen. Im Rahmen von Farmwalks tauschen diese Landwirte ihre Erfahrungen mit dem eigenen Weidesystem aus und nehmen so Anregungen von den Berufskollegen für ihr Management mit nach Hause.


Es ist Ziel des Weidecoach-Projektes
- Das Vertrauen in die Weidewirtschaft zu stärken.
- Das Potenzial in der Weidewirtschaft zu erkennen.
- Wissen zur Weidewirtschaft aus dem In- und Ausland zu bündeln und in die Praxis zu übersetzen.
- Eine Weideplattform für die Kommunikation unter Weidelandwirten zu schaffen.
Um diese Ziele zu erreichen, wurden im vergangenen Jahr wichtige Schritte unternommen, u.a.:
- wurden drei Weidebetriebe als Pilotbetriebe installiert.
- werden standortspezifische Weidedaten erhoben und über die Datenbank PastureBase Ireland dokumentiert.
- wurden Studienfahrten zu Weidebetrieben in Irland, Brandenburg und Kiel organisiert.
- wurden irische Weideprofis zum Gedankenaustausch auf die Projektbetriebe eingeladen.
- wurde eine Whatsapp-Gruppe der Projektbetriebe gegründet.


Bei ihren vier Farmwalk-Treffen auf Betrieben der Teilnehmer haben sich die Weidelandwirte 2018 mit Fragestellungen der Grünlandpflege, Futterumstellung, Kurzrasenweide und Weide-infrastruktur beschäftigt. Die drei Pilotbetriebe auf Moor- und Marschstandorten haben 2018 ab April wöchentlich den Grasaufwuchs auf ihren Weideflächen gemessen. Einer von ihnen ist Theis Jansen, Grünlandwirt aus Stadland-Schwei im Landkreis Wesermarsch. Er stellte seine ersten Erfahrungen vor:
- Am 20.4.18 kamen die Kühe zum ersten Mal auf die Weide. Zu diesem Zeitpunkt begannen die wöchentlichen Grasaufwuchs-Messungen auf den Weideflächen.
- Während das Messen zu Beginn der Weidesaison noch unproblematisch war, wurde es im Laufe der Trockenmonate immer schwieriger.
- Das auf dem Betrieb üblicherweise praktizierte Umtriebsweide-Konzept (Halbtagesweide) ähnelte schon eher der Kurzrasenweide, weil das Deutsche Weidelgras aufgrund der Trockenheit das Dreiblatt-Stadium kaum erreichen konnte, ohne unter der Trockenheit zu leiden.
- Die wöchentlichen Messungen des Grasaufwuchses wurden grafisch als treppenförmiger Grasaufwuchs in kg/ha Trockenmasse dargestellt.
- Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Weideflächen abhängig vom Grasaufwuchs besser zuteilen und die Zufütterung der Kühe genauer regulieren.
- Durch Aufsummieren von Schnitt- und Weideertrag lassen sich die Jahreserträge jeder einzelnen Weideparzelle genau darstellen.
- Alle Weideparzellen wurden zum ersten Schnitt gemäht. Die ertragreichen Parzellen sind gut wieder ausgetrieben.
- Die ertragsschwächeren Parzellen sollten, wenn möglich, früh beweidet werden.
- Im Trockenjahr 2018 wurden auf dem Moorstandort im Durchschnitt nur 8.000 kg TM/ha gemessen.
- Das Messen des Aufwuchses ist generell wichtig und schult das Auge.


Wie es mit dem Weidecoach-Projekt in 2019 weitergeht, stellte Lena Dangers vor:
- Die Farmwalks werden auf den Teilnehmerbetrieben fortgesetzt und dabei die Themen Weidetechnik, Digitalisierung, Düngung und Bodenfruchtbarkeit sowie Gräsermischungen behandelt.
- Die Whatsapp-Gruppe wird als Diskussionsplattform weiter genutzt und eventuell je nach Themenschwerpunkt weiter unterteilt.
- Die Pilotbetriebe messen weiterhin ihre Grasaufwüchse und bilden die norddeutschen Verhältnisse ab. Dabei soll auch der Grasshopper (gemessene Aufwuchshöhe wird über App gespeichert und ausgewertet) zum Testeinsatz kommen und die Landwirte daran geschult werden.

 

https://www.agrarheute.com/landundforst/betrieb-familie/betriebsfuehrung/weidecoach-projekt-kollegialem-lernen-erfolg-552057

Online Bericht von Edith Kahnt-Ralle

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