Farmer Year Kuhweide

Die Irlandreise 3.0 ist beendet. Hinter uns liegt eine Woche mit intensiven Fachgesprächen, eindrucksvollen Betriebsbesichtigungen, abwechslungsreicher Landeskultur und einem bilanzierenden Workshop. Es freut uns, dass einige Landwirte Komponenten des irischen Weidemanagements wie die Berechnung des Grasaufwuchses oder das Anlegen von Triebwegen konkret in die Tat umsetzen wollen. Das Grünlandzentrum möchte sich bei allen Reisenden noch einmal herzlich für das große Interesse bedanken. Nachfolgend finden sich Fotos und Texte einiger Stationen der Reise.

Gruppenfoto auf der Dairygold Farm
Auf der Dairygold Research Farm entstand dieses, zugegeben etwas kuriose, Gruppenbild. Es zeigt sehr deutlich, dass die Kuh als Thema im Mittelpunkt stand.
 
Grüner geht´s nicht - Dairygold Research Farm
 
Wie lockt man eine Kuh „nur“ mit Gras in den Melkstand? Die Antwort auf diese Frage gab es während der Irlandreise auf der Dairygold Farm nördlich von Cork. Die 28 ha große Farm mit 85 Kühen und einem Melkroboter ist ein Milchforschungsbetrieb, der vom nationalen Forschungszentrum Teagasc gepachtet ist. 60 Prozent ihrer Grasmenge fressen die Kühe übrigens zwischen 2 Uhr nachts und 2 Uhr nachmittags. An den Melkroboter gehen sie, wie wir sehen konnten, tatsächlich ganz freiwillig und stellen sich sogar sehr geduldig an, bis sie an der Reihe sind. Warum? Weil es danach durch ein ausgeklügeltes System mit elektrischen Türen, Treibwegen und vier verschiedenen Weideflächen auf eine frische Weide geht.

Dairygold

Über ein ausgeklügeltes System aus Triebwegen, Schleusen und Melkroboter gelangen die Kühe auf vier verschiedene Weiden.
 
Dairygold Grashüpfer
Mit dem "Grashüpfer" lässt sich messen, wieviel Gras auf einer Weide steht. Die Daten werden automatisch in eine Datenbank gesendet, wie die Mitarbeiterin der Dairygold Research Farm (links) erklärt.

 

Grüner geht´s nicht - Farmer of the Year 2017

Heute Morgen öffneten die Farmer des Jahres 2017 ihre Türen für uns. Billy Heffernan und sein Sohn Mark zeigten uns ihren im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichneten Betrieb im Südosten der Insel zwischen Kilkenny und Waterford, auf dem 450 Milchkühe noch bis Ende November ausschließlich draußen weiden. Dabei gaben die Heffernans einen detaillierten Einblick in ihr Weidemanagement, führten die Besucher durch den Melkstand, den Stall und über die Weiden. Der vergangene Sommer hat den Iren übrigens genauso zugesetzt wie deutschen Landwirten. Gerettet hat die Heffernans, die den Betrieb seit 1983 führen und niemals zuvor so einen trockenen Sommer erlebten, letztlich ihr Vorrat an Silage, der für Irland ungewöhnlich ist. „Viele Landwirte wollten Silage von uns kaufen“, erzählt Billy Heffernan, der nichts verkaufte, aber das Nötigste an Nachbarn gab.

Farmer Year Milking Platform

Die "Milking Platform" ist das Herzstück des Weidemanagements, erklärte Betriebsleiter Billy Heffernan, Farmer of the Year 2017.

 

Grüner geht´s nicht - Teagasc

Von 7,25 Milliarden Litern Milch in Irland wurden im vergangenen Jahr 6,6 Milliarden Liter weiterverarbeitet, zum größten Teil zu Butter und Käse. 85 Prozent der gesamten Milchmenge werden exportiert. Mit diesen und vielen weiteren spannenden Fakten versorgte Michael O´Donovan uns im Forschungszentrum Teagasc. So erfuhren wir, welche Eigenschaften eine perfekte irische Kuh mitbringen muss, um in das System zu passen. Außerdem, dass eine „Pasture Base“ eine Datenbank für den Grasaufwuchs ist und dass die irische Regierung im „Food Harvest 2020“ unter anderem festgeschrieben hat, die Milchmenge in den Jahren 2015 – 2020 um 50 Prozent zu steigern (was 2019 bereits erreicht sein wird). Nach dem wissenschaftlichen Exkurs ging es für die Irlandreisenden noch einmal sehr bodenständig weiter und wir lernten auf der Fläche, wie der perfekte Triebweg für Kühe gebaut und angelegt wird.

Teagasc Grazing Cow

Michael O´Donovan vom Forschungszentrum Teagasc gab einen Überblick über das irische Weidemanagement.

Teagasc Gruppe

Auf der Versuchsfläche von Teagasc ging es um die Beschaffenheit und Anlage von Weidetriebwegen.

 

Grüner geht´s nicht – Creedons Farm

Können Kühe klettern? Die von Betriebsleiter Conor Creedon schon. Die 300 Höhenmeter, die Creedons Farm auf hügeligem Terrain zwischen Rathmore und Killarney ansteigt, schaffen die 96 Kühe jedenfalls mit Leichtigkeit. Denn sie sind kompakt, haben gute Klauen, sind überdies fruchtbar und geben Milch mit guten Inhaltsstoffen. Das Besondere an den Kühen ist die Kreuzung der Herde aus den drei Rassen Holstein-Friesian, Kiwi Friesian und Jersey, die der irische Landwirt 2010 nach intensiver Beratung durch das Forschungszentrum Teagasc im Jahr 2010 wagte. 270 Tage Weidegang sind das erfolgreiche Ergebnis seines mutigen Schrittes.Obwohl die jährliche Niederschlagsmenge durchschnittlich 2000 mm hier beträgt, schafft er es mit dem richtigen Management,seine Tiere selbst im Frühjahr und Herbst wenigstens stundenweise auf die Weide zu bringen.

Creedons Farm

Auf der Farm von Conor Creedon ging es im hügeligen Terrain hinauf - für Tiere und Menschen.

 

Grüner geht´s nicht – Dairymaster

Dairymaster ist einer der weltweit führenden Hersteller von Melktechnik. Doch besucht man den Hauptsitz des irischen Unternehmens, ist man erstaunt, es abseits der größeren Orte und Straßen im beschaulichen Causeway im Südwesten der Insel zu finden, umgeben von Feldern. Der Gründer von Dairymaster, selbst Landwirt, sei hier aufgewachsen, erklärte uns Sean Stack während einer Führung durch die Produktionshallen von Dairymaster. Neben Informationen über die verschiedenen Melksysteme vom Swing-Over-Melkstand bis zum Karussell war besonders interessant zu erfahren, dass Dairymaster 95 Prozent aller Teil selbst produziert und nur einen ganz geringen Teil zuliefern lässt.

Dairymaster Gruppenbild

Sean Stack (rechts) von Dairymaster hatte die Gruppe durch die Werkshallen geführt, bevor dieses Abschlussbild entstand.

 

Grüner geht´s nicht – Schafbetrieb Athenry

In Irland gibt es 32 000 Schafbetriebe. Obwohl die Anzahl rückläufig ist, soll die Fleischproduktion in den kommenden Jahren steigen. Wie das gelingen kann, wird in dem Versuchsbetrieb in Athenry im County Galway im Westen der Insel erforscht.Die Einrichtung gehört zum Forschungszentrum Teagasc, das wir bereits zu einem früheren Zeitpunkt unserer Studienfahrt kennengelernt haben. Mit Philip Creighton von Teagasc ging es in Athenry hinaus auf die Weiden, wo er erläuterte, wie Produktivität, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der irischen Schafproduktionssystem optimiert werden können.

Schafbetrieb6

Im "Animal and Grassland Research Centre" in Athenry drehte sich alles um weidende Schafe.

 

Grüner geht´s nicht – Cliffs of Moher

Nach viel Sonnenschein gab es hier auch einmal tief hängende Wolken, leichten Nieselregen und flackerndern Wind – das Wetter passte gut zu den Cliffs of Moher an der Südwestküste Irlands, wo einst Szenen für „Harry Potter und der Halbblutprinz“ entstanden sind. Auch wenn wir uns ein bisschen Sonne gewünscht hätten, war die Kulisse beeindruckend wie man sehen kann.

Cliffs3

Die Cliffs of Moher zählten wie auch der Ring of Kerry, Dublin und ein Besuch im Brauereimuseum zum Kulturprogramm der Reise.


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