Im Oktober 2017 startete das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt „Biotopverbund Grasland“.
Im ersten Projektjahr arbeiteten das Grünlandzentrum, die Landwirtschaftskammer, die Universität Oldenburg und der NABU Hand in Hand auf verschiedenen Handlungsebenen. Zunächst fokussierte sich das Projektteam auf den Kommunikationsaufbau zu den Akteuren der Unteren Naturschutzbehörden, der Wasser- und Bodenverbände sowie der Kreislandvolkverbände in den drei Landkreisen.

 Auftaktveranstaltung Biotopverbund

Bild: Die knapp 50 Teilnehmer der Auftaktveranstaltung am 23. März 2018 im Akademiehotel Rastede verfolgen die Fachbeiträge der Projektverantwortlichen und ähnlich gelagerten Initiativen. (Foto: M. Paech)

Die im März 2018 durchgeführte Auftaktveranstaltung in Rastede sowie darauf aufbauende vertiefende Gespräche zwischen dem Projektteam und Vertretern genannter Institutionen führten bis zum Frühjahr dieses Jahres zur Konkretisierung von vier Pilotgebieten in den drei Landkreisen. Im Ammerland existieren in der Gemeinde Westerstede im direkten Umfeld der „Großen Norderbäke“ sowie im Norden der Gemeinde Bad-Zwischenahn entlang der „Flugplatzbäke“ südwestlich des Zuflusses der Otterbäke ins Zwischenahner Meer gleich zwei der Pilotgebiete („Norderbäke“ und „Otterbäke“). Neben den Grünlandstandorten befinden sich in den betrachteten Gebieten auch einige Ackerflächen sowie Dauerkulturen und kleinere Forstbereiche. Im stark grünlanddominierten Landkreis Wesermarsch liegt das dritte Pilotgebiet „Rodenkirchen“ mittig in der Gemeinde Stadland. Das vierte Projektgebiet „Blankenburg“ befindet sich im grünlandgeprägten Norden des Landkreises Oldenburg in der Gemeinde Hude nahe der Hunte.
In den Pilotgebieten gilt es im Projekt einen funktionalen Biotopverbund unter Einbindung aller Ansprüche an die Flächennutzung zu planen und umzusetzen. Als die zwei entscheidenden Komponenten eines Biotopverbunds spielen die so genannten Kernflächen und Vernetzungselemente eine wichtige Rolle in der konzeptionellen Entwicklung. Im ersten Projektjahr lag der Fokus zunächst auf der Akquise und Analyse der potentiellen Kernflächen in den Pilotgebieten.

 

Artenreicher Grünlandbestand

Bild: Artenreicher Grünlandbestand mit Kriechendem Hahnenfuß, Wiesen-Fuchsschwanz, Wolligem Honiggras, Wiesen-Schaumkraut und Gemeinem Löwenzahn als Kernfläche im Projektgebiet „Blankenburg“ nahe der Hunte im Landkreis Oldenburg. (Foto: P. Mahdavi)

 

Daher stellten im Frühjahr und Sommer 2018 vor allem die wissenschaftlichen Untersuchungen auf diesen Flächen einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt dar. Mit den Ergebnissen der Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna im Gelände standen Anfang Herbst die für den Biotopverbund entscheidenden Kernflächen fest.

Roesels Beißschrecke

Bild: Roesels Beißschrecke bei der Heuschreckenaufnahme im Landkreis Ammerland. (Foto: P. Mahdavi)

 

Neben den konkreten Aktivitäten in den Pilotgebieten wurde das Projekt zudem durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit in Form von zahlreichen Fachvorträgen begleitet, die oftmals durch die regionale Presse weitere Aufmerksamkeit erfuhr. Die Vorträge richteten sich dabei vor allem an weitere interessierte Flächeneigentümer und zusätzliche Akteure, die selbst einen Beitrag zum Projekt leisten möchten. Alle Flächen, die als Wiese, Wegrand oder Deich Teil des Biotopverbunds Grasland werden könnten, werden in Rücksprache mit den Flächeneigentümern/-bewirtschaftern im Projektfortlauf in einem Geographischen Informationssystem festgehalten, um zukünftig für Planungen von weiteren Biotopverbundsystemen „griffbereit“ zu sein.

 

Infoveranstaltung am 12.11.2018

Bild: Informationsveranstaltung am 12. November 2018 im Grünlandzentrum in Ovelgönne (Foto: M. Paech).

Im November 2018 fand ein Treffen mit Vertretern der beteiligten Landkreise, Wasser- und Bodenverbände, Kreislandvolkverbände, Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer sowie der niedersächsischen Straßenbauverwaltung statt. Hier wurden die Ergebnisse der Arbeiten im ersten Projektjahr vorgestellt und eine konstruktive Diskussion über das Projekt und die denkbaren Perspektiven der Vernetzung in den Pilotgebieten mit allen Anwesenden geführt.

Grabenrand und Wegeseitenstreifen 2

Bilder: Grabenrand- (li.) und Wegeseitenstreifen (re.) als potenzielle Vernetzungskorridore in einem Biotopverbundkonzept. (Foto: P. Mahdavi).

 

Für das Frühjahr 2019 sind Gesprächsrunden mit den lokal aktiven Akteuren des Berufstandes, der Kommune, des Wasser- und Bodenverbandes sowie den Ortsvertretern des Kreislandvolkverbandes und weiteren pot. beteiligten Institutionen in Planung. Ein reger Austausch aller Beteiligten soll sowohl die Umsetzung als auch die Akzeptanz des Biotopverbundes fördern und eine Planung unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten sicherstellen.

 

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